Dressurturnier Langen 2011 – SONNTAG  

 Langener Finaltag - fast - komplett in Frauenhand:

  • Uta Gräf (Weisenheim) und „Damon Jerome“ weltmeisterlich
  • Rena Fraikin (Frankfurt) neue Hessische Berufsreiter-Championesse mit „Sir Arthur“
  • Dr. Katja Galmbacher (Kaiserslautern) tanzt mit „Moosbachhof’s Peron“ im Kür-Finale
  • Ricarda Schwarzkopf (Reinheim) Beste der Junioren/Junge Reiter-Tour
  • Lahsen Karius (Neu-Isenburg) schafft Doppelsieg in der Kleinen Tour

Was für ein Panaroma, was für ein Bild: Die hessischen Berufsreiter standen stilvoll Spalier bei der letzten Siegerehrung des Dressurturniers Langen 2011. Bei der wurden alle 8 Finalisten der Intermediaire-Tour samt Siegerin geehrt, Dr. Katja Galmbacher (RSG Barbarossa Kaiserslautern) mit „Moosbachhof’s Peron“ (v. Placido-Sun).  

  • Eine Pfälzerin aus Bayern gewinnt in Hessen mit einem Österreicher

  Zuvor war die in Bayern beheimatete Pfälzerin vor gut besetzen Rängen und strahlendem Sonnenschein mit dem österreichisch gebrannten Hengst im Kür-Finale auf Platz eins getanzt. Ihre Freude war groß – und ihre aufmerksame Dankbarkeit:„ Ich darf mich hier im Namen aller Reiterinnen und Reiter bedanken – denn Langen ist eines der schönsten Turnier in Deutschland!“ lobte die 30-jährige Ex-Europameisterin, die neben ihrem Beruf als Ärztin an der Würzburger Uniklinik im bayrischen Umpfenbach mit ihrem Mann Tobias ein bekanntes Gestüt betreibt. Der letzte Turniertag beim Reitturnier Langen, er wäre fast komplett charmant in Frauenhand geblieben – hätte nicht der Neu-Isenburger Lahsen Karius (RFV Neu-Isenburg) den Tag am Sonntagmorgen gleich mit einem Doppel-Sieg im Finale der Kleinen Tour (Kl. M) eröffnet. Die Richter hielten seine Vorstellung des typvollen in den USA gezogenen Wallachs „Cantando“ einhellig und mit Abstand für die beste (68,57%),  mit seinem zweiten Pferd, der  Rappstute „Dark Angel“,  hätte sich Karius am Ende sogar nur noch selbst schlagen können (66,19%). Dritter wurde Erich Geier (RFV Bad Soden) mit Rasputin S (65,81%)
 

  • Weltmeisterlich mit Wertnote 9,1

  Weltmeisterlich ging es danach vormittags in der Dressurpferde-Prüfung der Klasse M weiter: Kein Geringerer als der frischgebackene Vize-Weltmeister der jungen Dressurpferde, der Fuchshengst „Damon Jerome“ (v. Damon Hill), wurde den interessierten Zuschauern von der renommierten Ausbilderin Uta Gräf (Weisenheim) präsentiert. Und in was für einer Form: die Richter vergaben die sensationelle Wertnote 9,1. Für den Schritt gab es gar eine 9,5 – es hätte auch eine 10 sein dürfen. Ebenso gab's eine 9,5 für die Perspektive als Dressurpferd. Diese Einzel-Note vergaben die Richter auch ans zweitplatzierte Pferd – ein weiterer Tophengst: „Stockholm“ (v. Stedinger), der von Bundeskaderreiterin Dorothee Schneider (Frankfurter Turnierstall Schwarz-Gelb) gleichfalls gekonnt vorgestellt wurde (Wertnote 8,7).

  • Rena Fraikin neue Berufsreiter-Championesse

 Gespannt wurde das Finale im Dressur-Championat der Hessischen Berufsreiter erwartet: Denn in dieser Sonderaufgabe der Kl. S** müssen die drei Finalisten nicht nur ihr Pferd, sondern auch noch die ihrer beiden Mitstreiter um die Championsschärpe reiten. Als zweite Starterin in der Prüfung setzte sich die junge Ausbilderin des Frankfurter Stalles Waldfried , Rena Fraikin, mit einem ausgezeichneten Ritt auf ihrem Trakehner „Sir Arthur“ (v. Buddenbrock) gleich an die Spitze: fulminante Trabverstärkungen, gesetzte Pirouetten und sichere Wechseltouren brachten mit fast 70% ein komfortables Punktepolster. Nach der letzten Vorstellung dieser Prüfung, bei der Fraikin mit dem Pferd ihres erst 20-jährigen Berufskollegens Jan Herrmann auch am Ende die Dreier- und Zweier-Wechsel  gelangen, ahnte man auch ohne Notenbekanntgabe  - hier hatte man die Gesamt-Siegerin gesehen. Fraikin steht jetzt in der Nachfolge auch der Olympionikin Ellen Bontje (1993), die als eine der wenigen Frauen in den 20 Jahren  seit der ersten Austragung das Hessische Berufsreiterchampionat gewinnen konnten. Geziert mit Eichenkranz und Champions-Schärpe ging die junge gebürtige Wolfskehlerin Rena Fraikin mit ihrem Trakehner auf die umjubelte Ehrenrunde – bei der auch wieder endlich eitel Sonnenschein und viele Zuschauer auf den Kronenhof zurückgekehrt waren.

  • Katja und Katja vorn in der Inter I-Kür

  Das war denn auch der perfekte Rahmen fürs Finale in der Intermediaire-Tour: Die Dressur-Kür zur Musik ist attraktiv und offensichtlich nach dem Geschmack des Publikums.  Und das sollte Feines von den besten 8 Reiterinnen und Reiter aus den vorangegangenen Qualifikationen zu sehen bekommen. Viele sahen einen Zweikampf der bisherigen Prüfungssieger voraus, Dr. Katja Galmbacher (RSG Barbarossa Kaiserslautern) und Wolfgang Tschöpe (Wiesbadener RFC). Dr. Galmbacher hatte am Abend mit ihrer Trainerin Ellen Bontje erst noch eine Kür einstudiert. Was auf den den Punkt passte: Musik und Lektionen harmonierten, der schicke rotbraune Hengst „Moosbachhof’s  Peron“  und seine grazile Reiterin tanzten sich nicht nur in die Herzen der Zuschauer, sondern auch die des renommierten Richtergremiums, welches die Vorstellung mit 72,41 % goutierte. Das konnten Wolfgang Tschöpe und die elegante Hannoveraner-Stute „La Valetta“ nicht mehr toppen. „La Valletta“ traversierte dabei traumhaft und wollte auf einer Wechsellinie am liebsten schon Einerwechsel springen – was in der Inter I-Aufgabe aber noch zu Punktabzügen führt.  Am Ende wurde das Siegerpaar der ersten Qualifikation der Inter-Tour mit respektablen 69,64% Dritte. Zur Begeisterung vieler Fans schob sich auf Platz 2 mit einem couragierten Ritt eine andere Katja – die vom Kronenhof: Katja Willers und ihr Rapphengst „Remy Martin“, die beiden Lokalmatadoren vom RFV Langen,  waren gut drauf und bester Laune. Bemerkenswert frisch und schwungvoll präsentierte Willers ihren bereits 19-jährigen Oldenburger Rapphengst, einen schon geahnten Fehler in der Wechseltour machte sie durch ihr präzises Reiten mehr als wett -  und knackte nebenbei die magische 70%-Grenze mit 70,55%.

  • Talentierter Nachwuchs

 Noch stolzer war Willers auf die Leistungen ihrer jungen Schülerin Anna-Lena Simon: Mit ihrem Pferd „Romeo Royal“ legte jene im Finale Junioren/Junge Reiter-Tour einen feinen Ritt hin (65,74%) und kam freudenstrahlend auf Platz Zwei. Die goldene Schleife im Finale der Reiterjugend, das auf Klasse M-Niveau ausgetragen wurde, heftete man der 18-jährigen Landeskaderreiterin Ricarda Schwarzkopf (RSG Hofgut Illbach Reinheim) bzw. ihrer Stute „Dolyta“  (67,14%) an. Eitel Sonnenschein, familiäre Atmosphäre und gute Stimmung - das Finale beim Dressurturnier Langen 2011 war wieder nach dem Geschmack der Zuschauer und Aktiven: Bei 32°C im Schatten - und subtropischer Luftfeuchtigkeit - verfolgten die Zuschauer begeistert noch die traditionsgemäße Quadrille der hessischen Berufsreiter. Ein eindrucksvolles Schaubild, für das viele Zuschauer (und Aktive) wieder nächstes Jahr auf den Langener Kronenhof „pilgern“ werden – dann zum großen 40. Jubiläums-Reitturnier 2012.